Hong Kong – In the Mood for Love

Nicht jeder kann aus Hong Kongs Victoria Harbor so stilvoll auslaufen wie der englische Kronprinz Charles 1997 an Bord der HMS Britannia. Doch auch für den gewöhnlichen Besucher der seither Sonderverwaltungsregion Hong Kong der Volksrepublik China gibt es Möglichkeiten.

Seit dem 30. Juni 1997 ist die britische Kronkolonie Hong Kong Geschichte. Der Union Jack ist zu Dudelsackmelodie eingeholt und an Bord ihrer Majestät Schiff Britannia gebracht worden, welches gegen Mitternacht Hong Kongs Victoria Harbor, die Meerenge zwischen der Insel Hong Kong und der Halbinsel Kowloon, verlässt. Prinz Charles winkt noch einmal vom Heck der Britannia, welche auf ihrem Heimweg nach London nun Kurs auf das Südchinesische Meer nimmt.

Zurück bleibt eine faszinierende Metropole, die ihren einzigartigen Charme aus gut 150 Jahren Kreuzung zwischen chinesischer und britischer Kultur bezieht.

Doppeldeckerstraßenbahn auf Hong Kong Island Foto: Sven Selle

Doppeldeckerstraßenbahn auf Hong Kong Island Foto: Sven Selle

Hier kann man eintauchen und von einem Augenblick zum nächsten zwischen China, England und der Weltmetropole wechseln. Und vom Victoria Peak Lookout, dem Aussichtspunkt im Park hoch über der Stadt hat man, wenn kein Nebel herrscht, einen atemberaubenden Blick über Hong Kong Island und Kowloon. Hinauf kommt man zu Fuß oder mit der Peak Tram, einer Drahtseilbahn made in Switzerland. Hier gibt es einen interaktiven Stadtplan von Hong Kong mit Sehenswürdigkeiten.

Bank of China Hong Kong Island Foto: Sven Selle

Bank of China Hong Kong Island
Foto: Sven Selle

Und von dort oben blickt man dann wieder auf die Meerenge zwischen den beiden Stadtteilen, den Victoria Harbor. Unter dem kann man zwar auch mit der Metro, der MRT, durchfahren, aber schöner ist es auf den Fähren der Star Ferry, die Hong Kong Island und Kowloon seit 1888 verbinden und neben der reinen Fährverbindung auch Hafenrundfahrten anbieten. Auf keinen Fall verpassen sollte man eine Fahrt gegen ca. 20:00 Uhr, idealerweise von Kowloon nach Hong Kong Island oder gleich als Harbor Cruise zur Symphonie of Lights, einer täglichen Multimediashow in der Licht- und Laserstrahlen an die Skyline Hong Kongs projiziert und von Musik untermalt werden – oft kopiert und nie erreicht.

IFC Tower - Hong Kong Island Foto. Sven Selle

IFC Tower – Hong Kong Island
Foto: Sven Selle

Wir hatten leider nur 3 Tage für Hong Kong eingeplant und neben der obligatorischen Hafenrundfahrt und dem Victoria Peak besuchten wir vor allem die alten chinesischen Händlergassen in Kowloon. Hier gibt es, immer noch ganz typisch für Asien, ganze Straßenzüge mit bestimmten Produkten, Dienstleistungen oder auch lebenden Tieren, wie zum Beispiel Vögeln und Schildkröten.

Zur Anreise nach Hong Kong nutzten wir von Bangkok kommend den neuen Airport. Mit seiner Inbetriebnahme 1988 entfiel der spektakuläre und nicht ungefährliche Anflug der Maschinen auf den alten Stadtflughafen Kai Tak in Kowloon, wobei insbesondere die Großraumjets à la Boeing 747 regelmäßig die Wäscheleinen der Anwohner abrasierten. Der neue Chek Lap Kok Flughafen befindet sich auf der gleichnamigen und eigens dafür komplett umgebauten Insel und ist mit dem Airportexpress des MRT binnen 25 Minuten  mit Hong Kong Central verbunden. Flugverbindungen nach Hong Kong findet Ihr -> hier.

Zur Fortbewegung bietet sich in Hong Kong der öffentliche Nahverkehr an, welcher sehr gut ausgebaut und im Gegensatz zu den Unterkünften recht preiswert ist. Allgemeine Infos zum Nahverkehr gibt es im Link MRT weiter oben, hier geht es zum Linienplan.

Hotelzimmer in Hong Kong sind entweder klein und teuer oder etwas größer und extrem teuer, wir zahlten für unser 7 Quadratmeter Doppelzimmer plus Duschecke ca. 90 Euro pro Nacht und rangierten damit am absolut unteren Ende des Preisskala für die lokalen Hotels. Man kann auch auf Hotels in Kowloon ausweichen, dort ist es ein wenig besser.

Ebenfalls preiswert, vor allem aber für Filmfans interessanter wäre da eine Unterkunft im Chungking Mansion gewesen, welches durch den Film „Chungking Express“ von Wong Kar Wei bekannt wurde, wenngleich auch nicht darin gedreht wurde. Wer sich auf seinen Hong Kong Besuch einstimmen möchte, dem empfehle ich auf jeden Fall die Filme von Wong Kar Wei über seine Heimatstadt Hong Kong, insbesondere „In the Mood for Love„. Danach ist man auf jeden Fall in der Stimmung für Hong Kong.

(c) Joe 2014

Und hier geht es zur Reisevorbereitung Hong Kong.

 

 

 



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