Vang Vieng oder kein Tubing mehr in Laos

Vang Vieng liegt malerisch am Nam Xong Fluss, hinter dem sich vom Ufer des Ortes aus gesehen die für Ostasien so typischen bizarren Bergformationen erheben. Ein Naturparadies, in dem heute Trekking-  und Mountainbike Touren durch zauberhafte Natur und zu den Sehenswürdigkeiten angeboten werden. Das war nicht immer so. Die Einen freut es, die Anderen nicht.

Wir legen 2005 die154 Kilometer von Vientiane nach Vang Vieng mit dem Linienbus zurück. Dieser sollte gegen 8 Uhr an der Khua Din Bus Station in der Nongbone Rd. abfahren, ist aber früher voll besetzt und fährt dann auch einfach los.

Wie in Kambodscha sind wir wieder einmal die einzigen Langnasen im Überlandbus und ich bekomme einen Platz neben der vermutlich einzig übergewichtigen Tochter des Landes zugewiesen, ansonsten glänzen die Damen in Laos eher mit graziler Anmut. Doch nach anfänglichem Fremdeln macht meine Nachbarin – die ausschließlich fließend Laotisch spricht – alles mit freundlichem Lächeln und umfänglicher Versorgung meinerseits mit allerhand mir weitgehend unbekannten Snacks wett. Und da ich sowieso nicht fragen was es ist, esse ich es einfach einmal. Die vier Stunden wird der Magen hoffentlich halten.

Die „Halte­stelle“ von Vang Vieng erweist sich als lange Gerade der Überlandstraße, auf deren Mitte der Bus anhält und die bei­den Lang­na­sen als ein­zige Pas­sa­giere auslädt und fährt wei­ter. Und so ste­hen wir mut­ter­see­len­al­lein in der Mitte von Laos und weit und breit ist keine Stadt in Sicht. Nach rechts hatte der Fah­rer noch gedeu­tet bevor er wei­ter fuhr. Also set­zen wir uns ach­sel­zu­ckend in diese Rich­tung in Bewe­gung. Und siehe da, nach ein paar hun­dert Metern taucht das Dörf­chen am Nam Xong Fluss vor dem Hin­ter­grund einer mar­kant auf­ra­gen­den Fel­sen­ku­lisse wie aus dem Bil­der­buch auf — traveler’s haven in the middle of nowhere. Hier findet Ihr Unterkünfte in Vang Vieng.

Lucky Bar am Nam Song River

Lucky Bar Vang Vieng am Nam Song River – Foto Sven Selle

Und was macht(e) man hier? Spaß haben! Und Spaß haben hieß hier “tubing”. Das ging so: Mit einem klapperigen Pickup truck wurden wir – und alle anderen – ein paar Kilometer weiter flussaufwärts des Nam Xong abgesetzt. Dort bekamen wir einen LKW-Schlauch in die Hand gedrückt, auf dem wir dann uns dann den Fluss hin­un­ter trei­ben ließen. Und das soll alles gewesen sein? Das haben die dann verboten?

Nein, denn unter­wegs gab es jede Menge lao­ti­scher Händ­ler, die vor allem Beer Lao und Lao Lao, einen  Reis­whis­key in rauen Mengen an den Mann und die Frau brachten, weitere Substanzen gab es unter der Hand ebenso. Als Ergän­zungs­pro­gramm zum Sau­fen bis der Arzt kommt gab es ent­lang des Flus­ses Schau­keln und Seile, mit denen man sich ganz als Tar­zan oder Jane über den Fluss schwin­gen und volltrunken und / oder zugedröhnt in den Sel­ben fal­len las­sen konnte. Als Zugabe gab es dann meist nach drei Stun­den im Rei­fen durch das fri­sche Fluss­was­ser noch eine Blasenentzündung. Aber um ganz ehrlich zu sein: Einmal hat es Spaß gemacht! Und die Laoten vor Ort hatten quasi aus dem Nichts ein florierendes Geschäftsmodell entwickelt.

Auch sonst war hier nichts wie im Rest von Laos, Party rund um die Uhr in einem Land, wo Kneipen und Diskotheken, sofern überhaupt vorhanden, um spätestens 11 Uhr dicht machten.

Aber nach meh­re­ren Todes­fäl­len der voll­trun­ke­nen, meist jugend­li­chen Par­ty­ge­sell­schaft aus dem Wes­ten zogen die lao­ti­schen Behör­den die Reiß­leine und mach­ten dem El Are­nal im Dschun­gel 2012 den Gar aus. Seit­dem begeis­tert der Ort wieder ausschließlich durch seine land­schaft­li­che Schön­heit und die Tou­ris­ten kom­men nun zu Out­door­ak­ti­vi­tä­ten wie Trek­king– und Mountainbike-Touren.

Tham Jang Cave

Tham Jang Cave – Foto Sven Selle

Eines der schöns­ten Ziele rund um Vang Vieng ist die Höhle von Tham Pouk­ham mit einer lie­gen­den Bud­dha­sta­tue in der Haupt­halle, wel­che durch einen Spalt in der Decke vom Son­nen­licht ange­strahlt wird. Wir hat­ten es am Tag nach dem Tubing in die Höhle geschafft, Abends in den Bars tra­fen wir aber sonst nie­mand, der dort war — vor lau­ter Tubing und Lao Lao hatte die Par­ty­ge­meinde das Beste verpasst.

(c) Joe 2014

Hier geht es zur Reisevorbereitung Laos.

 



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