Malakka oder Melaka

Die Antwort ist ganz einfach: Malakka kommt von der englischen Schreibweise Malacca, Melaka ist die malaysische Schreibweise. Aber so oder so ist die Stadt an der meistbefahrenen natürlichen Seestraße der Welt einen Besuch wert.

Wir fahren von Kuala Lumpur aus mit dem Bus. Pünktlich um 9:00 Uhr morgens startet der Transnasional von der völlig überfüllten Puduraya Station nach Melaka. Der viergeschossige Busbahnhof ist mindestens 40 Jahre alt und mit dem aktuellen Busverkehr völlig überlastet, in Kuala Lumpur gibt es drei weitere Busbahnhöfe.

TransnasionalDie Fahrt im geräumigen und luxuriösen Bus in das circa 140 Kilometer südlich von Kuala Lumpur gelegene Melaka dauert gut zwei Stunden, als wir ankommen sehen wir uns kurz den dortigen roten Platz an, dann geht erst einmal ein einstündiger Monsunschauer nieder.

Aber nach einer Stunde brennt die Sonne wieder vom Tropenhimmel. Der rote Platz in Malaka mit dem Stadthuys und der Kirche wurde, wen wundert es bei dem Namen, von den Holländern aufgebaut, welche von Batavia aus, dem heutigen Jakarta, nach Melaka kamen.

Melaka ChurchDabei übernahmen die Holländer die Stadt wiederum von den Portugiesen. Zuvor war der Hafen bereits durch das Sultanat von Melaka zum strategischen Handelshafen mit China, Siam, Indien und Indonesien ausgebaut worden. Unter der britischen Kolonialherrschaft ab 1795 verkam der Hafen dann zu einem Provinznest, die Engländer konzentrierten sich mehr auf ihren zweiten Hafen an der Straße von Melaka: Singapur. Hier gibt es den Stadtplan von Melaka mit den Sehenswürdigkeiten als PDF sowie Hotels in Melaka.

Fort und FriedhofRund um den Berg geht es vorbei an der Church of Francis Xavier und dann am holländischen Friedhof vorbei hinauf zur St. Pauls Church. Von hier oben hat man einen Blick über die Stadt hinaus auf die meistbefahrene natürliche Seestraße der Welt.

MelakaNachts wird sie von den riesigen Containerschiffen, die hier vor allem den Warenverkehr aus dem chinesischen Meer in die reichen Staaten des mittleren Ostens und nach Europa bewältigen, in voller Fahrt und ohne Positionslampen befahren. Denn nur vor den Gewässern Somalias gibt es mehr Piraten als in der Straße von Melaka, aber das Entern einer 30 Meter hohen Bordwand eines Containerriesen bei Nacht in voller Fahrt von einem Schnellboot aus ist selbst für die hartgesottenen indonesischen Piraten eine Herausforderung.
Trotzdem verschwinden ganze Schiffe samt Mannschaft und Ladung in der indonesischen Inselwelt, Jakarta kann die Straße nicht kontrollieren und die Seestreitmacht der Wächter der freien Welt ist den drei Anrainerstaaten in ihren Hoheitsgewässern nur bedingt willkommen. Außerdem ist es eine Seestraße nach Europa und nicht nach Amerika.

Auf der andere Seite des Sungai Melaka liegt das alte Viertel der reichen, chinesischen Händler. Diese ließen sich hier bereits ab 1405 im Gefolge von Admiral Cheng Ho, dem berühmten Eunuchenadmiral der Ming-Kaiser, nieder.

Melaka Chinese QuaterÜbrigens käme niemand auf die Idee im Fluss, Sungai Melaka, der hier in den Hafen mündet, zu schwimmen. Das liegt nicht nur an Dreckbrühe,  sondern auch an den Varanen darin, die mit Schwanz über einen Meter lang sind. Aber die Urviecher sind, wie der Rest von Melaka, absolut sehenswert.

 (c) Joe 2014

Und hier geht es zur Reisevorbereitung für Malaysia.

 

 

 



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