Cameron Highlands

Jim Thompson, der ehemalige Offizier des OSS, eines Vorläufers der CIA, belebte das Geschäft mit thailändischer Seide nach dem 2. Weltkrieg neu. 1967 verschwand er spurlos in den Cameron Highlands in Malaysia. Der Trekkingpfad Nummer 8 rund um Tanah Rata eignet sich hervorragend, um es ihm gleich zu tun.

Von Kuala Lumpurs Pudaraya Bus Station geht es in die Cameron Highlands. Die Strecke nach Tanah Rata beträgt ca. 220 Kilometer und führt zunächst über die Schnellstraße Richtung Norden bis Tapah. Ab dort geht es die letzten 35 Kilometer, für welche wir die Hälfte der etwa vier Stunden Fahrtzeit benötigen, über Serpentinen durch einen wundervollen Regenwald hoch in das auf ca. 1.200 Meter gelegene Tanah Rata. Der Name der Stadt bedeutet so viel wie „flaches Land“ und verweist darauf, dass sie für die Cameron Highlands in einer relativ flachen Hochebene liegt.

Hier oben finden wir recht schnell ein „Retirement Home“, das New Pines, ein ganzPines Tanah Rata nettes Guesthouse etwas außerhalb. Etwas außerhalb in Tanah Rata heißt etwa drei Minuten zu Fuß zur Hauptstraße, der Jalan Besar. Zur Hotelsuche in Tanah Rata geht es -> hier.

Der Ort hat die etwas seltsame Anmutung eines Schwarzwalddorfes in Äquatornähe, aber vielleicht haben dies alle Ausflugsorte in den Mittelgebirgen dieser Welt. Wir trinken einen Tee im örtlichen Lands End Salon, abends essen wir auf der Hauptstraße und gehen recht früh zu Bett. Morgen gibt es eine kleine Wandertour im Tropenwald.

Beim Inder stärken wir uns mit British Breakfast und indischem Tee, dann geht es los auf den von uns ausgesuchten kleinen Wandertrip rund um Tanah Rata, Es soll der path no. 8 werden, nicht zu lange, aber ein bisschen anspruchsvoll.

Die Wandertouren kann man sich selbst anhand von Karten und Beschreibungen zusammenstellen und angehen anstelle sich einen Führer zu mieten. Die Investition in eine gute Karte lohnt sich, es gibt diese vor Ort in fast jedem Shop. Zwar warnen die Reiseführer hiervor mit Horrormärchen von Wanderern, die tagelang orientierungslos durch die Cameron Highlands irrten bis sie wieder zurück fanden. Da mein Buddy Sven aber extra für diese Expedition einen Kompass angeschafft hat kann ja nichts passieren. Zum Glück haben wir zunächst ein paar Franzosen vor uns, sonst hätten wir wohl den Abzweig von der Hauptstraße auf der Basistrekkingroute verpasst …

C.H. 4Ab da aber sind wir in unserem Element und passieren das Tor in den Nationalpark zielsicher, ebenso finden wir den Abzweig des path no. 8 von der Basisstrecke. Etwas ungläubig schauen wir den steilen Aufstieg zur Rechten an, dann machen wir uns auf den Weg und erklimmen ihn mehr kletternd als laufend, es geht zunächst einmal so richtig steil und querfeldein nach oben. Aber mit Händen und Füßen ist es zu schaffen, es bleibt zu hoffen, dass der Abstieg etwas angenehmer wird. Nach einiger Zeit wird das Gelände weniger steil, man kann sich nun ohne Zuhilfenahme der Arme fortbewegen. Dafür wird der Dschungel zunehmend dichter, das Identifizieren des unten gut erkennbaren Trampelpfades bedarf hier oben echter Waldläuferqualitäten und wir sind höchstens mal 20 Minuten auf path no. 8 unterwegs, auch wenn wir in dieser Zeit wohl gute 200 Höhenmeter geschafft haben.

path # 8Auf dem nächsten Plateau versperrt ein umgestürzter Baum den Weg. Ich klettere auf und um ihn herum, aber ein Weg ist hier beim besten Willen nicht mehr auszumachen, allenfalls ein paar durch andere Trekker abgeknickte Zweige, die aber in keine identifizierbare Richtung führen. Ungefähr hier, so denke ich, muss es Jim Thompson erwischt haben, und so halte ich nach einem Skelett im Unterholz Ausschau. Das finde ich zwar nicht, aber um nicht vielleicht selbst als solches zu enden beschließen wir umzukehren. Demzufolge erfüllt sich unsere Hoffnung nach einem besseren Ab- als Aufstieg nicht, denn wir müssen den Weg von eben nun wieder runter, nach einer guten Stunden stehen wir wieder am Abzweig von path no 8, diesmal aber durchgeschwitzt und verdreckt, doch irgendwie glücklich, wieder auf einem halbwegs festen und erkennbaren Weg zu stehen.

Diesem Pfad folgen wir nun, wenn auch in anderer als empfohlener Richtung, und haben einen wundervollen Rundgang durch den hochgelegenen Tropenwald der Cameron Highlands vor uns.

Talsperre C.M.Schließlich zweigt der Weg zu einem Terrassenfeld ab, über das man einen herrlichen Blick über das Tal auf die bewaldeten Berge hat. Von hier geht es mit freundlicher Richtungsangabe der örtlichen Gemüsebauern zurück Richtung nach Tanah Rata, zunächst über eine Talsperre und dann den ganzen Weg, den wir vorher in zwei Stunden in Serpentinen durch den Wald bergab liefen, wieder hoch.

Gemüseplantage C.H.Der Pfad ist gut erkennbar, hat aber von der Steigung her in etwa path no. 8 Qualitäten und nach einer guten halben Stunde den Berg aufwärts bei knappen 30 Grad erreichen wir wieder einen flacheren Weg. Nicht nur für Schreibtischtäter wie uns ist das eine ganz sportliche Leistung.

Auf dem Rückweg passieren wir noch einmal den malerischen Robinson Wasserfall und nach gut 4 Stunden, kurz vor dem nächsten großen Regen, sind wir wieder in Tanah Rata. Nach einem kleinen Imbiss fallen wir dann erst mal eine Stunde ins Bett und verschlafen den Nachmittagsmonsun. Morgen geht es weiter nach Penang.

(c) Joe 2014

Hier geht es zur Reisevorbereitung für Malaysia.



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